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January 19, 2013

“»Unter Kleon beginnt in Athen die Tyrannei der Mehrzahl gegen die Minderzahl, eine Tyrannei, welche die eines Einzelnen um so viel an Unerträglichkeit übertrifft, als die Begierden der Menge unersättlicher sind.« W. Vischer, kleine Schriften 1. S. 169.” – JB

“insofern nämlich die ‘Masse’ herrscht, tyrannisirt sie die ‘Ausnahmen’, so daß diese den Glauben an sich verlieren und ‘Nihilisten’ werden.” – N

“Vom Eindringen der Demokratie an herrscht in ihrem Innern die beständige Verfolgung gegen alle diejenigen Individuen, die etwas bedeuten können und zeitweise als Beamte, Strategen usw. bedeuten müssen, ferner die Unerbittlichkeit gegen das Talent, es mag so treu und ergeben dienen, als es will, die periodische Hetze gegen die, welche etwas besitzen, und endlich bei den Verfolgern das durchgebildete Bewußtsein: man habe es den Leuten so gemacht, daß jeder, der etwas sei, notwendig innerlich empört und daher bei gegebenem Anlaß ein Verräter sein müsse. die Apolitie der Ausgezeichnetsten die Regel.” – JB

“Bei Plutarch (Nikias) möge man nachlesen, in welchem Belagerungszustand sich ein Reicher, wie Nikias, sein Leben lang fühlt. Die äußerste Zurückgezogenheit schützt ihn vor der allgemeinen Zudringlichkeit nicht; vielmehr gehen die Begehrenden und Empfangenden bei ihm beständig aus und ein, und er gibt denen, die ihm schaden könnten, nicht weniger als denen, die eine Wohltat verdienen, weshalb er von den Komikern seiner Sykophantenfurcht wegen verspottet wird. Wenn von ihm gesagt wird, er habe gesehen, wie der Demos zwar die Erfahrung der Leute von Rednergabe und Talent manchmal zu gebrauchen wisse, aber eine bedeutende Kraft beargwöhne und Stolz und Ansehen einer solchen darniederhalte, so mögen wir uns daran erinnern, daß Athen seine ganz großen Kräfte überhaupt schon im V. Jahrhundert aufgebraucht hat. Phidias starb im Kerker, Perikles freilich an der Pest, aber doch wohl auch vor Kummer, Nikias selber ging lieber in Sizilien als in Athen unter. Als dann (411) Alkibiades in Kleinasien stand, konnte man freilich auf der Straße einen zum andern sagen hören: »Die Stadt hat keinen Mann mehr«. (Aristoph. Lysistr. 524.)” – JB

“Während nun die hellenische Nation im ganzen materiell zurückging, führte die Zerrüttung des Staates mit Notwendigkeit die weitere Erschütterung der Sittlichkeit mit sich.” – Burckhardt

“Und immer von neuem erwachten durch die Anarchie in den griechischen Gemütern die Kämpfe bis zu der definitiven tödlichen Schwächung, welche im II. Jahrhundert v. Chr. sichtbar wird.” – Burckhardt

“Im übrigen darf man nicht vergessen, daß damals in ganz Griechenland die Demokratie zahlreichen »Oligarchen« das Leben oder die Heimat und die Familie raubte, d.h. daß der höhere Stand in wiederholten Krisen überall unterging, so daß überhaupt keine Deszendenz, weder gute noch schlechte, vorhanden war. Freilich wollte noch spät dieser und jener von Keryken und Eumolpiden stammen, im ganzen verschwinden aber die altberühmten Familien im IV. Jahrhundert und leben zur Zeit des Isokrates nur noch in ihren Gräbern fort; von den Individuen der demosthenischen Zeit hat kaum mehr jemand eine bekannte oder berühmte Herkunft.” – Jacob Burckhardt

“Nun konstatiert man in der damaligen Zeit in Leben und Poesie Anfänge von ‘Galanterie’ der Männer auf der einen und von Koketterie der ‘Frauen’ auf der andern Seite. Überhaupt wird das Verhältnis beider Geschlechter nun der Hauptgegenstand der drei lebendigen poetischen Gattungen: der Elegie, des Idylls und der neuern Komödie. Jetzt werden auch die milesischen Märchen eine bestimmte Literaturgattung. Auch spüren die alexandrinischen Literaten nach verliebten Legenden und Sagen, die bisher nur mündlich überliefert waren, und bessern alte Mythen mit erotischen Motiven aus. in Poesie sowohl als bildende Kunst greift die tändelnde Erotenwirtschaft um sich, und auf den Vasen (besonders den unteritalischen) ist die Darstellung des Verkehrs von Männern mit dezenten Frauen und Mädchen im Zunehmen. Sicher wird in der alexandrinischen Zeit ein ‘Zug des Gefühls’ wach, den wir früher nicht finden. Wie die Dichter sich gerne bei der Schilderung weiblicher Nacktheit aufhalten, so stellen sie die Künstler mit einer Absichtlichkeit dar, die in starkem Gegensatz zu den Darstellungen des Nackten in der frühern Zeit steht, und auch im Leben sind die lüsterne, halbe oder ganze Entblößung und die durchsichtigen Gewänder beliebt. der Geliebte existiert jetzt nicht mehr als Element der Gesellschaft und als zugestanden, sondern nur noch als Werkzeug des Vergnügens, und die Sentimentalität wendet sich vorzugsweise auf das Verhältnis zu den Frauen. sonst aber wird die Sache meist zur künstlerisch behandelten Zote, und wo dies nicht der Fall ist, nehmen die betreffenden Epigramme etwa die Art von heimlichen Seufzern an.” – JB

“Schon im Verlauf des Peloponnesischen Krieges hatte die schlimme alte Tradition, daß das Aufkommen der Demokratie soziale Gewaltsamkeiten mit sich führen mußte, daß dieselbe dann fortwährend unbillige, aber legal erklärte Anforderungen an die Besitzenden und Erwerbenden stellte, und daß man diesen noch außerdem illegal auf alle Weise zusetzte, die furchtbarsten sogenannten oligarchischen Reaktionen hervorgerufen.
Und jetzt geht neben aller Parteiung zwischen Makedoniern, Achäern und Ätolern die Ausartung des Staates ihren Weg unerbittlich weiter in Tyrannien spätester Bildung mit schrecklicher Söldnerwirtschaft und in gewaltsamen Oligarchien und Demokratien, welche sich durch Gemetzel, Verbannungen und Aufteilungen des Grundeigentums manifestieren. Die unvermeidliche letzte Konsequenz jeder Demokratie, der Hader um den Besitz, führt zu einem wahren Höllenleben; immer wieder tritt der Kommunismus auf, und beide Parteien nehmen jede Allianz an, die zum Ziele führt, und erlauben sich alle Mittel. Indem allgemach alles, was geschieht, in immer schlechtere Hände fällt, vollendet sich der Bankrott der griechischen Staatsidee, der im Grunde mit jenem unsinnigen Emporschrauben des Bürgertums begonnen hatte.” – JB

“Auch die Fischer werden nun unverhältnismäßig wichtige Personen, die sich höher fühlen als die besten Feldherrn.” – JB

“Überhaupt scheint damit, daß die Demokratie die Werte der Menschen ganz neu zu verteilen anfing, der Rasseglauben eine ziemliche Erschütterung erfahren zu haben. In diesem Jahrhundert (5. Jh.) ist nun auch das Aufkommen zahlreicher berühmter Ärzte zu beobachten. Einen Anfang der innern Medizin können wie zwar bereits frühe, im Epos, konstatieren. Uns aber interessiert bei der Vermehrung der Ärzte und ihres Ansehens vor allem der Umstand, daß man der ärztlichen Kunst mehr als früher bedurfte. Die Griechen waren offenbar kränklicher geworden, und dies wohl kaum infolge größeren Wohllebens – obschon Pythagoras in Kroton und Empedokles bei seinen reichen Sikelioten auch hiermit dürften zu kämpfen gehabt haben – sondern vielleicht mehr vom vielen zurückgetretenen politischen Ehrgeiz und vom ungesunden Treiben der ganzen Polis. All die satanischen Bosheiten, womit man einander zusetzte, wird man auch physisch nicht umsonst gehabt haben, vielmehr mußte der unendliche heruntergefressene Ärger und Jammer des »Bürgers«, wobei dieser noch beständig von Sophrosyne duften sollte, Unzählige mit Notwendigkeit krank und nervös gemacht haben. Zudem mußte aber auch die »Entwicklung des Individuums« ihr Teil an der Entwicklung der Krankheiten und daher das Steigen der Ärzte mit sich bringen. Bei derjenigen Erweiterung des Agonalen zu einem Wettstreit im ganzen Leben, welche für diese Zeit bezeichnend ist, treten nun eben vor allem die Individuen mächtig hervor. Hierbei wird zunächst bemerklich das gänzliche Fehlen der »Bescheidenheit«. Die Philosophen, Sophisten, Dichter, Maler, Techniker, geschickten Leute aller Art, welche jetzt statt der Agonalsieger in Griechenland Zelebritäten werden, haben die Kunst und den Willen, sich ohne Rückhalt geltend zu machen, und die öffentliche Meinung verlangt dies von ihnen; denn nur auf Enthaltung von aller tatsächlichen Hybris, nicht aber auf Verbergen des eigenen Wertes bezieht sich die Sophrosyne; der Weise darf und soll sich als Weiser geben, der Glückliche, schon damit die Gottheit seinen Dank erkenne, als Glücklicher; man braucht sich nicht zu verstecken und neben jedem elenden Kerl klein zu machen; das Zugeständnis der Hinfälligkeit des Glücks mag ja daneben immerhin offen bleiben. Hierher gehört schon das prächtige und stilvolle äußere Auftreten, womit man damals ohne Zweifel neben der vorherrschend einfach gewordenen Tracht der Bevölkerung sehr abstach. Ferner ging man im Selbstruhm bis zum Unglaublichen an Naivität.” – JB

“während seine Komödie als groteske Verklärung der Tagesinteressen und als eine bunte Welt in Karikatur die Menschen entzückte. Und nun wird einerseits der Verkehrston der attischen Gesellschaft unvermeidlich unter dem Eindruck der Komödie gestanden haben, anderseits aber müssen wir auch der Opfer dieses Tones denken. Wohl mag eine Gesellschaft und Geselligkeit, welche das ganze Jahr neben allen andern Guillotinen auch die der Komödie über ihrem Halse hängen sah, ein Interesse dabei gefunden haben, sich gleichgültig zu stellen, war es aber wohl mit Ausnahme derjenigen, welche dabei ausgeschämt wurden, im Innersten nicht, und wenn man nun in Athen, wo man nur um eine Ecke ging oder zu einem Symposion kam, auf Opfer der Komiker traf und von den nächsten Dionysien an selber dazu gehören konnte, so bildete sich diejenige Stimmung, wobei der Geist ganz im Stillen eine Tür nach der andern und zuletzt auch die innerste zuschließt.” – JB

“bei Epikur endlich, der sich mit seiner Aufforderung, im Verborgenen zu leben, nicht nur dem Staat, sondern auch der Notorietät entzieht, ist Staatsverachtung und Menschenverachtung beisammen, vielleicht auch Sorge vor der Bosheit der Menschen und ihrer geringen Neigung und Fähigkeit, andere (und namentlich Ausgezeichnetere) glücklich zu machen oder auch nur deren Glück zu dulden. das Preisen des in alter Zeit Eingerichteten und seither stationär Gebliebenen.
Auch eines andern Ideals war man nunmehr müde geworden, nämlich des agonalen. in den meisten Gegenden Griechenlands niemand mehr die Lust und die Mittel dazu, mit der alten agonalen Pracht an den Olympien usw. aufzutreten, schon deshalb, weil die Reichen an gar zu vielen Orten einer systematischen Verfolgung unterlagen und man darum froh sein mußte, wenn nur in der Heimat den Choregien usw. genügt werden konnte.” – JB

“Was aber die Betätigung der Philosophen im öffentlichen Leben außerhalb der Diadochenstaaten betrifft, so folgt jetzt endlich auf ihre frühere Staatsflucht eine Zeit der mannigfachen Einmischung in die politischen Dinge, und zwar in anderer Weise als bei den Platonikern des IV. Jahrhunderts. Der Grund dieser Annäherung an das Staatswesen mag darin liegen, daß beim Wegsterben sonstiger Kapazitäten, d.h. Staatsmänner, Strategen usw. in den verkommenen Städten, derjenige von selbst in den Vordergrund geriet, der noch etwas im Zusammenhang zu behandeln imstande war; dabei mag der Name »Philosoph« freilich in weiter Bedeutung zu nehmen sein; er bezeichnet wohl oft, zumal außerhalb Athens, nicht den wirklichen Anhänger bestimmter Schulen, sondern ist der ungenaue Ausdruck auch für Rhetoren und Bildungsleute aller Art, welche sich irgendeine Tinktur dieser oder jener Sekte geben mochten.” – JB

“Und nun haben wir von der quantitativen ‘Abnahme der Nation’ zu sprechen, einem Faktum, das bisweilen übersehen oder nicht genug betont wird, das aber in erstaunlichem Grade vorhanden war. Fragen wir nach den allgemeinen Tatsachen, die ihr zugrunde liegen, so bietet sich vor allem der von Polyb dafür angeführte Umstand, daß die in Großtuerei, Habsucht und Vergnügungssucht verfallenen Menschen nicht mehr heiraten und, wenn sie es je taten, keine oder höchstens ein oder zwei Kinder haben wollten, um diese in aller Üppigkeit aufziehen und reich zurücklassen zu können; das Unglück sei binnen kurzem unbemerkt so groß geworden, daß der erste beste Krieg oder Krankheitsfall nun gleich das Haus veröde; man sollte also die Sinnesart ändern ‘oder’ durch Gesetze das Aufziehen der erzeugten Kinder befehlen(Polyb XXXVII, 9, 7 ff.). Wir möchten indes bezweifeln, ob damals wirklich noch die Vergnügungssucht die Menschen in diesem Punkte hauptsächlich bestimmte und nicht eher die Desperation, die ja doch ihre Gründe hatte. Die unseligen Eltern wußten in dieser, da Bodenaufteilung und Schuldenerlaß an der Tagesordnung waren, gar zu gut, was der Kinder warten würde; der Polis aber, welche reich zu werden glaubte, wenn sie den Besitzenden das Ihrige nahm, gingen zu spät die Augen darüber auf, daß man auf diese Weise immer ärmer werden, ja daß das Leben zuletzt erlöschen mußte.” – JB

“Wer sehr abweichend denkt und empfindet, geht zu Grunde, er kann sich nicht fortpflanzen. Somit könnte es für den Grad der Individuation eine Grenze geben. In Zeiten, wo sie ‘peinlich’ empfunden wird, wie in unserer (und wie in aller bisherigen ‘moralischen Geschichte’ der Menschheit), vererbt sich der Trieb dazu schlecht. In Zeiten, wo sie ‘lustvoll’ empfunden wird, übertreibt sie sich leicht und macht die äußerste Isolation (und verhindert dadurch die allgemeine Fruchtbarkeit der Menschheit) ‘Je ähnlicher’, desto mehr nimmt die Fruchtbarkeit zu, jeder trifft auf ein genügendes Weibchen: also ‘Übervölkerung’ im Gefolge der Moral. Je unähnlicher, desto — ”
Nietzsche, Herbst 1880

“Der Socialismus—als die zu Ende gedachte Tyrannei der Geringsten und Dümmsten, der Oberflächlichen, der Neidischen und der Dreiviertels-Schauspieler—ist in der That die Schlußfolgerung der modernen Ideen und ihres latenten Anarchismus: aber in der lauen Luft eines demokratischen Wohlbefindens erschlafft das Vermögen, zu Schlüssen oder gar zum Schluß zu kommen. Man folgt,—aber man folgert nicht mehr. Deshalb ist der Socialismus im Ganzen eine hoffnungslose, säuerliche Sache; und Nichts ist lustiger anzusehen als der Widerspruch zwischen den giftigen und verzweifelten Gesichtern welche heute die Socialisten machen—und von was für erbärmlichen gequetschten Gefühlen legt gar ihr Stil Zeugniß ab!—und dem harmlosen Lämmer-Glück ihrer Hoffnungen und Wünschbarkeiten. Dabei kann es doch an vielen Orten Europas ihrerseits zu gelegentlichen Handstreichen und Überfällen kommen: dem nächsten Jahrhundert wird es hie und da gründlich im Leibe “rumoren,” und die Pariser Commune, welche auch in Deutschland ihre Schutzredner und Fürsprecher hat (z. B. in dem philosophischen Grimassen-Schneider und Sumpfmolch E[ugen] D[ühring] in Berlin), war vielleicht nur eine leichtere Unverdaulichkeit gemessen an dem, was kommt. Trotzdem wird es immer zuviel Besitzende geben, als daß der Socialismus mehr bedeuten könnte als einen Krankheits-Anfall: und diese Besitzenden sind wie Ein Mann Eines Glaubens “man muß etwas besitzen, um etwas zu sein.” Dieß aber ist der älteste und gesündeste aller Instinkte: ich würde hinzufügen “man muß mehr haben wollen als man hat, um mehr zu werden.” So nämlich klingt die Lehre, welche allem, was lebt, durch das Leben selber gepredigt wird: die Moral der Entwicklung. Haben und mehr haben wollen, Wachsthum mit einem Wort—das ist das Leben selber. In der Lehre des Socialismus versteckt sich schlecht ein “Wille zur Verneinung des Lebens”; es müssen mißrathene Menschen oder Raçen sein welche eine solche Lehre ausdenken. In der That, ich wünschte, es würde durch einige große Versuche bewiesen daß in einer socialistischen Gesellschaft das Leben sich selber verneint, sich selber die Wurzeln abschneidet. Die Erde ist groß genug, und der Mensch immer noch unausgeschöpft genug, als daß mir eine derart praktische Belehrung und demonstratio ad absurdum, selbst wenn sie mit einem ungeheuren Aufwand von Menschenleben gewonnen und bezahlt würde, nicht wünschenswerth erscheinen müßte. Immerhin, schon als unruhiger Maulwurf unter dem Boden einer in die Dummheit rollenden Gesellschaft wird der Socialismus etwas Nützliches und Heilsames sein können: er verzögert den “Frieden auf Erden” und die gänzliche Vergutmüthigung des demokratischen Heerdenthieres, er zwingt die Europäer, Geist, nämlich List und Vorsicht übrig zu behalten, den männlichen und kriegerischen Tugenden nicht gänzlich abzuschwören und einen Rest von Geist, von Klarheit, Trockenheit und Kälte des Geistes übrig zu behalten,—er schützt Europa einstweilen vor dem ihm drohenden marasmus femininus.” – Nietzsche, 1885

“The Greek geographer and historian Strabo (63 BCE-21 CE) described Greece as “a land entirely deserted; the depopulation begun since long continues. Roman soldiers camp in abandoned houses; Athens is populated by statues”. Plutarch observed that “one would no longer find in Greece 3,000 hoplites [infantrymen].” The historian Polybius (204-122 BCE) wrote: “One remarks nowadays all over Greece such a diminution in natality and in general manner such a depopulation that the towns are deserted and the fields lie fallow. Although this country has not been ravaged by wars or epidemics, the cause of the harm is evident: by avarice or cowardice the people, if they marry, will not bring up the children they ought to have. At most they bring up one or two. It is in this way that the scourge before it is noticed is rapidly developed. The remedy is in ourselves; we have but to change our morals.”

“Now moderation, adequacy, excess in nothing, and complete self-sufficiency are above all else the essential characteristics of everything done by the gods; and if anyone should take this fact as a starting-point, and assert that Greece has far more than its share in the general depopulation which the earlier discords and wars have wrought throughout practically the whole inhabited earth, and that to‑day the whole of Greece would hardly muster three thousand men-at‑arms, which is the number that the one city of the Megarians sent forth to Plataeae (for the god’s abandoning of many oracles is nothing other than his way of substantiating the desolation of Greece), in this way such a man would give some accurate evidence of his keenness in reasoning.”

On the failure of Oracles, Plutarch

 

 

Depopulation of Greece
Polyb XXXVII, 9
As I blame those who assign fortune and destiny as the [Note] moving causes in common events and catastrophes, I wish now to enter as minutely on the discussion of this subject as the nature of an historical work will admit. Those things of which it is impossible or difficult for a mere man to ascertain the causes, such as a continuous fall of rains and unseasonable wet, or, on the contrary, droughts and frosts, one may reasonably impute to God and Fortune, in default of any other explanation; and from them come destruction of fruits, as well as long-continued epidemics, and other similar things, of which it is not easy to find the cause. On such matters then, we, in default of a better, follow the prevailing opinions of the multitude, attempting by supplications and sacrifices to appease the wrath of heaven, and sending to ask the gods by what words or actions on our part a change for the better may be brought about, and a respite be obtained for the evils which are afflicting us. But those things, of which it is possible to find the origin and cause of their occurrence, I do not think we should refer to the gods. I mean such a thing as the following. In our time all Greece was visited by a dearth of children and generally a decay of population, owing to which the cities were denuded of inhabitants, and a failure of productiveness resulted, though there were no long-continued wars or serious pestilences among us. If, then, any one had advised our sending to ask the gods in regard to this, what we were to do or say in order to become more numerous and better fill our cities,—would he not have seemed a futile person, when the cause was manifest and the cure in our own hands? For this evil grew upon us rapidly, and without attracting attention, by our men becoming perverted to a passion for show and money and the pleasures of an idle life, and accordingly either not marrying at all, or, if they did marry, refusing to rear the children that were born, or at most one or two out of a great number, for the sake of leaving them well off or bringing them up in extravagant luxury. For when there are only one or two sons, it is evident that, if war or pestilence carries off one, the houses must be left heirless: and, like swarms of bees, little by little the cities become sparsely inhabited and weak. On this subject there is no need to ask the gods how we are to be relieved from such a curse: for any one in the world will tell you that it is by the men themselves if possible changing their objects of ambition; or, if that cannot be done, by passing laws for the preservation of infants. On this subject there is no need of seers or prodigies. And the same holds good of all similar things. But in regard to events of which the causes are impossible or difficult to discover, it is reasonable to feel a difficulty. And in this class may be reckoned the course of Macedonian history. For the Macedonians had enjoyed many important favours at the hands of the Romans, having been as a nation liberated from arbitrary government and imports, and having obtained undisputed freedom in the place of slavery; and having been individually relieved to a great extent from intestine factions and civil bloodshed. . . . They had been worsted by the Romans formerly when fighting on the side of Demetrius [Note] and again on that of Perseus; yet when engaged on the side of a man of odious character, [Note] and in support of his claims to the throne, they displayed great courage and conquered a Roman army. These facts may well seem a puzzle to us, for it is difficult to discover their cause. And accordingly one would be inclined to say in such matters that what had happened was a heaven-sent infatuation, and that the wrath of God had fallen upon the Macedonians. And this will be rendered evident from what remains to be told. . . .

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